Gesundheit 

Kuhgesundheit: Innere Körper- temperatur ist Goldstandard zur Krankheits-erkennung


Eine Veränderung der Körpertemperatur tritt bei den häufigsten Produktionskrankheiten von Milchkühen als erstes Anzeichen auf und gilt daher als Goldstandard für die zuverlässige Früherkennung. Durch die kontinuierliche Temperaturüberwachung mit smaXtec erkennen Sie Krankheiten noch bevor sich die Wiederkauaktivität verringert oder äußerliche Anzeichen sichtbar werden. Dieser Vorsprung macht die Körpertemperatur mit Abstand zum wertvollsten Parameter, mit dem Sie die Gesundheit der Herde überwachen und sicherstellen können.

Die innere Körpertemperatur ist für Landwirtinnen und Landwirte der bedeutsamste Vitalwert, um Krankheiten ihrer Tiere zu erkennen. Gerade in der kritischen Phase rund um die Kalbung und bei jeder gesundheitlichen Auffälligkeit sollte vorsorglich die Körpertemperatur gemessen werden. (1) smaXtec erkennt Krankheiten anhand dieses Parameters besonders zuverlässig, denn bei den häufigsten Produktionserkrankungen auf Milchbetrieben kommt es bereits im Entstehen zu einer minimalen Veränderung der Körpertemperatur. Dazu zählen risikoreiche und kostenintensive Entzündungskrankheiten wie Mastitis oder Metritis, aber auch Stoffwechselstörungen wie Ketose oder Milchfieber, die ebenfalls schwere Folgen nach sich ziehen können.

Warum ist die Körpertemperatur der beste Parameter zur Gesundheitsüberwachung?

In einer wissenschaftlichen Studie konnte das Forscher-Team rund um Ashley Adams im Jahr 2013 belegen, dass Erkrankungen wie Metritis, Mastitis, Lahmheiten und Lungenentzündungen zu einer Erhöhung der Körpertemperatur des Tieres über dem Normalwert führen. Dabei konnten die Studienautoren nachweisen, dass mehr als zwei Drittel der Kühe bis zu 4 Tage vor der Diagnose einer klinischen Mastitis Temperaturerhöhungen zeigen. (2)

Für das verlässliche Gesundheitsmonitoring von Milchkühen besitzt die Körpertemperatur als Vitalwert die größte Aussagekraft, denn sie ändert sich schon früher als jeder andere Parameter, der zur Überwachung von Milchkühen eingesetzt wird. Dabei entsteht der Rückgang der Wiederkauaktivität häufig erst als Folge des Temperaturanstiegs, wie das Forscher-Team rund im Laura Hänninen 2007 in einer wissenschaftlichen Studie zeigen konnte: So verbrauchen Kühe in ihrem Körper sehr viel Energie, wenn sie Fieber bekommen – ihr Stoffwechsel steigt um 13%, wenn sich die Körpertemperatur um 1° C erhöht. Dieses Energiedefizit könnte dazu beitragen, dass in der Folge energieintensive Körperfunktionen wie das Wiederkäuen zurückgehen. (3)

Exakte Temperaturüberwachung direkt im Netzmagen

Die innere Körpertemperatur im Pansen ist je nach Laktationsphase um 0,5 bis 1 Grad höher als bei einer rektalen Messung. Sie korreliert jedoch mit der an anderen Stellen gemessenen Temperatur und kann daher bestens zur kontinuierlichen Gesundheitsüberwachung genutzt werden. Mit der einzigartigen Messgenauigkeit von ±0,01° C misst smaXtec die innere Körpertemperatur an dieser einzigartigen Position mit dem smaXtec Bolus rund um die Uhr und erkennt Krankheiten bereits im Entstehen.

Dabei beurteilt smaXtec die Temperatur nicht nur anhand vorgegebener Standardwerte, sondern erfasst bei jedem Tier die individuelle Normaltemperatur. Der Grund: Die normale Körpertemperatur ist bei Milchkühen von Tier zu Tier unterschiedlich und verändert sich bei Milchkühen je nach Alter und Laktationsphase. Das intelligente smaXtec-System erstellt daher für jedes Tier ein individuelles Temperaturprofil und kann schon geringste Abweichungen von der Normaltemperatur präzise feststellen und auswerten. Sobald die Körpertemperatur signifikant abweicht, werden Sie umgehend benachrichtigt und können sofort notwendige Handlungen setzen – noch deutlich bevor sich die Wiederkautätigkeit verändert.
Welche Ursachen und Folgen eine veränderte Körpertemperatur haben kann und welche Vorteile ihnen die kontinuierliche Temperaturmessung mit smaXtec bietet, beleuchten wir in einem eigenen
Blogbeitrag zum Thema Fiebermessen bei Milchkühen.

Wie profitieren Sie von der Krankheitserkennung mit smaXtec in der Praxis?

Die folgenden Praxisbeispiele zeigen anhand der Temperaturkurven aus dem smaXtec Messenger, welchen Vorsprung smaXtec-Landwirtinnen und -Landwirte in der Krankheitsfrüherkennung gibt gibt:

Die Vorteile der Temperaturüberwachung bestätigen sich in der Praxis, wie das folgende Kurvendiagramm der Kuh 785 auf dem Betrieb eines smaXtec-Kunden zeigt:



Bereits am Abend des 22. Juni sendete das smaXtec-System den Alarm „Erhöhung der Körpertemperatur“, weder die Wiederkauaktivität noch die Bewegungsaktivität zeigten zu diesem Zeitpunkt im Kurvendiagramm eine sichtbare Veränderung. Die Kuh wurde jedoch nicht bei der ersten Temperaturmeldung behandelt, sondern erst bei der dritten, als die Erkrankung schon weiter fortgeschritten war. Nach der Behandlung konnte die Kuh sich jedoch rasch erholen und die Körpertemperatur normalisierte sich. Die Wiederkautätigkeit hat sich zu keinem Zeitpunkt signifikant verändert. Das Beispiel zeigt jedoch: Die innere Körpertemperatur änderte sich wie in vielen Fällen von Mastitis früher als andere Gesundheitsparameter und ist damit auch essenziell für die Erkennung von Euterentzündungen. In unserem Blogbeitrag über Mastitis und ihre wirtschaftlichen Auswirkungen zeigen wir detailliert, wie sie ihren Betriebserfolg durch die Früherkennung von Mastitis verbessern können.

Da es bei einer Gebärmutterentzündung zu hohen Folgekosten durch Milch- und Fruchtbarkeitsverluste kommen kann, sollte man bei Metritis besonders schnell reagieren.



Das Beispiel einer an Metritis erkrankten Kuh zeigt den klassischen Verlauf dieser Entzündung, die sich durch kürzere Fieberschübe ankündigt. Auffällig ist, dass mehrere Tage vergehen können, bis sich erste klinische Symptome zeigen – in diesem Fall sank die Wiederkauaktivität erst 3 Tage später ab. Mit den Temperaturalarmen von smaXtec können Sie wesentlich früher nach der Ursache des Fiebers suchen: Durch einen Schalmtest und anhand des aktuellen Laktationstags ist die Metritis leicht von der Mastitis zu unterscheiden, so können Sie rasch die Behandlung einleiten oder einen Tierarzt zu Rate ziehen.

Wiederkäuer wie Milchkühe können aufgrund ihres Fressverhaltens besonders leicht Fremdkörper mit der Nahrung aufnehmen, die im Pansen zu Verletzungen und Entzündungen führen können. Während eine Fremdkörpererkrankung zwar den Pansen betrifft, ist in der Praxis dennoch oft ein Anstieg der Körpertemperatur mehrere Tage vor einem Rückgang der Wiederkauaktivität festzustellen. Anhand des Kurvendiagramms der Kuh 657 auf dem Betrieb eines smaXtec-Kunden wird ersichtlich, dass der Pansenbolus schon 4 Tage vor dem Wiederkäu-Alarm eine konstant erhöhte Temperatur feststellt und den ersten von vier Temperaturalarmen auslöst. Mit der Eingabe eines Käfigmagneten kann die Fremdkörpererkrankung in den meisten Fällen gut behandelt werden, auch in diesem Fall hat sich der Gesundheitszustand nach der Behandlung rasch wieder gebessert.

Bei Lungenentzündungen kommen subklinische Verläufe besonders oft vor. Bleiben die Symptome unerkannt, können sich Folgeschäden über die gesamte Lebensdauer der Kuh negativ auf die Milchleistung auswirken, was die Lungenentzündung zu einer der wirtschaftlich bedeutendsten Krankheiten in der Milchviehwirtschaft macht. Im Praxisbeispiel zeigt sich, dass erste Temperaturerhöhungen mehrere Tage vor klinischen Anzeichen messbar sind. Das anhaltende, hohe Fieber löste mehrfach den Alarm „Erhöhung der Körpertemperatur“ aus, während die Wiederkauaktivität zunächst noch unauffällig blieb – auch ein Milchrückgang ist oft erst Tage nach der ersten Temperaturerhöhung festzustellen. Umso wichtiger ist es daher, bei Gesundheitsmeldungen rasch zu reagieren und den Tierarzt zu konsultieren. Mit welchen Folgekosten pro Erkrankungsfall zu rechnen ist, rechnen wir in unserem Blogbeitrag über Lungenentzündungen bei Milchkühen vor.

Erkrankungen der Klauen wie Mortellaro oder Limax sind Entzündungen, die durch besonders viele Faktoren beeinflusst werden können (Stallhygiene, Haltungsbedingungen, Fütterung, Leistung, etc.) und deshalb nach einem Ausbruch der Erkrankung oft nur mit großem Aufwand in den Griff zu bekommen sind. Das Praxisbeispiel einer Kuh auf dem Betrieb eines smaXtec-Kunden mit Mortellaro im Frühstadium illustriert, dass die Körpertemperatur ein zuverlässiger Indikator für die Klauengesundheit ist. Denn: Betroffene Tiere reagieren bis zu 1-6 Wochen vor einer sichtbaren Lahmheit mit vereinzelten Körpertemperaturerhöhungen. In diesem Frühstadium sollten beim Alarm „Erhöhung der Körpertemperatur“ daher stets auch die Klauen kontrolliert werden, um eine Erkrankung so früh wie möglich behandeln zu können. In diesem Frühstadium reicht häufig ein einfacher Pflegeschnitt (Druckstellenentlastung), um eine Lahmheit zu verhindern.

Mortellaro im Frühstadium

Einfache Temperaturbeobachtung bei „Fresh Cows“ und großer Hitze

Gerade frischlaktierende Kühe werden auf den meisten Betrieben genau beobachtet. Doch bei einer größeren Herde steigt der Zeitaufwand bei einer regelmäßigen Temperaturkontrolle der Tiere enorm. Die lückenlose Dokumentation der Temperaturkurve durch smaXtec hilft Ihnen dabei, auch kurze Fieberschübe zu erkennen, die allzu leicht übersehen werden, selbst wenn man zwei bis drei Mal täglich Fieber misst. Zusätzlich ermöglicht die langfristige Temperaturüberwachung auch Krankheiten zu erkennen, die in einer späteren Phase der Laktation oder in der Trockensteh- und Transitphase entstehen.

Sinkt die Temperatur nach der Abkalbung ab, kann dies ein Hinweis für eine Stoffwechselerkrankung wie Milchfieber (Gebärparese), Ketose oder eine Labmagenverlagerung sein. Auch bei einem Ansteigen der Körpertemperatur sollten sie der Kuh erhöhte Aufmerksamkeit schenken, denn eine erhöhte Temperatur kann auf Infektionen oder Entzündungen hindeuten, die möglichst rasch behandelt werden müssen, um Milchverlust und Ausfälle zu verhindern. (4)

Die Temperaturüberwachung spielt im Gesundheitsmonitoring von Milchkühen eine wahre Schlüsselrolle. Äußere Einflussfaktoren wie Hitze und hohe Luftfeuchtigkeit können sich stark auf die Körpertemperatur und die Oberflächentemperatur der Milchkühe auswirken – mit negativen Folgen für die Produktivität und Gesundheit der Tiere. In unserem
Blogbeitrag rund um das Thema Hitze und Hitzestress erfahren Sie, wie sie mit dem smaXtec Climate Sensor das Stallklima im Auge behalten können.

Zu jeder ordentlichen Untersuchung gehört eine Temperaturmessung – oder ein Blick auf die smaXtec–Temperaturkurve!
Mag. med. vet. Mathias Petermichl, Tierarzt bei smaXtec

Spürbarer Vorsprung durch intelligente Gesundheitsüberwachung mit smaXtec

Mit den intelligente Gesundheitsalarmen direkt aufs Smartphone oder den PC können Sie Krankheiten früher erkennen und somit auch früh behandeln, dies bedeutet:

  • Weniger schwere und kürzere Krankheitsverläufe
  • Reduzierter Antibiotikaeinsatz
  • Keine Wartefrist
  • Kein Leistungsabfall
  • Eine gesündere und langlebigere Herde!

Sie möchten das smaXtec-Gesundheitssystem auch auf Ihrem Betrieb einsetzen und von frühestmöglicher Krankheitserkennung profitieren?

Der Hauptgrund, warum wir das smaXtec-System nutzen, ist weil ich von allen Kühen die Temperaturüberwachung habe und ich sehr frühzeitig erkenne, wenn die Kuh eine Euterentzündung bekommt. Bevor man das irgendwie merkt, geht die Temperatur hoch. Ich bekomme eine Meldung aufs Handy und dann kann ich umgehend reagieren.
Jürgen Hahn, smaXtec-Kunde aus Mittelfranken.

Quellen:
(1) https://www.milchpraxis.com/fiebermessen-im-rinderstall/
(2) Adams, A. E./Olea-Popelka, F. J./Roman-Muniz, I. N. (2013): Using temperature-sensing reticular boluses to aid in the detection of production diseases in dairy cows, in: J. Dairy Sc. 96: p. 1549-1555
(3) Hänninen, L./Kaihilahti, J./Taponen, S./Hovinen, M./Pastell, M./Pyörälä, S. (2007): How behaviour predicts acute endotoxin mastitis in dairy cows
(4) https://www.milchpraxis.com/fresh-cow-monitoring-die-frischabkalber-im-blick/