Evidenz statt Bauchgefühl: Wie smaXtec Tierärzten neue Sicherheit gibt
Wie können kontinuierlich gemessene Gesundheitsdaten Tierärzten mehr Sicherheit in Diagnose, Therapie und Bestandsbetreuung geben? Dr. med. vet. Kerstin Duncker erklärt, warum smaXtec neue Maßstäbe in der evidenzbasierten Nutztierpraxis setzt.
Tierärzte stehen täglich unter Druck: knappe Zeit, hohe Verantwortung, steigende Anforderungen an Tiergesundheit, Dokumentation und Bürokratie. smaXtec bietet ein digitales System, das Tierärzte gezielt bei exakten Diagnosen und effizienteren Therapien unterstützt. Im Interview spricht Dr. med. vet. Kerstin Duncker, Tierärztin und Teil des Produktentwicklungsteams bei smaXtec, über den fachlichen Mehrwert datenbasierter Gesundheitsüberwachung und warum Evidenz in der modernen Nutztierpraxis unverzichtbar ist.
Was ist für dich der größte fachliche Mehrwert von smaXtec?
„Die Krankheitsfrüherkennung, ganz klar. Damit erkennen wir viele Abweichungen vom gesunden Zustand bereits bei der ersten Immunreaktion. Ganz egal, ob auf das einzelne Tier bezogen oder auf Gruppenebene: Kein anderes System ist so nah am Tier.“
Welche Parameter misst smaXtec konkret und warum ist besonders die innere Körpertemperatur so entscheidend für die tierärztliche Arbeit?
„Das smaXtec-System misst kontinuierlich die innere Körpertemperatur der Kuh, kombiniert mit weiteren Parametern wie der aufgenommenen Wassermenge und Wiederkauaktivität – und das extrem präzise und kontinuierlich. Die innere Körpertemperatur ist dabei unser zentrales Merkmal. Sie ist der Schlüssel zur Krankheitsfrüherkennung. Schon geringfügige Abweichungen liefern Hinweise auf Infektionen, lange bevor klinische Symptome sichtbar werden. Ergänzt durch die aufgenommene Wassermenge und Wiederkauaktivität entsteht ein umfassendes Gesundheitsbild.“
Warum ist die aufgenommene Wassermenge so interessant für Tierärzte?
„Die aufgenommene Wassermenge ist eng an die Futteraufnahme und Stoffwechselgesundheit geknüpft. Bei Frischabkalbern oder in Stressphasen sehen wir oft zuerst Schwankungen im Trinkverhalten, noch bevor sich das Tier klinisch verändert. Das macht smaXtec so wertvoll für die Früherkennung, auch auf Gruppenebene. Manchmal reicht es, wenn der Landwirt die Tränken täglich säubert oder die Wasserdurchflussraten überprüft und anpasst – plötzlich ist wieder alles im grünen Bereich. Es geht also nicht nur um Therapie, sondern auch um Management.“
Fungiert smaXtec auch als Instrument für Tierärzte, um Landwirten Verbesserungspotenziale aufzuzeigen?
„Absolut. Ich sehe smaXtec als Werkzeug für Tierärzte, um evidenzbasiert mit dem Landwirt zu kommunizieren. Man kann gezielt sagen: ‘Hier läuft etwas nicht optimal, und hier hat sich nach einer Maßnahme etwas verbessert.’ Das ist enorm hilfreich, gerade in der Beratung oder Bestandsbetreuung. In größeren Betrieben kann der Tierarzt beim Bestandsbesuch anhand der Kurven konkret zeigen, wo es Probleme gibt – und später belegen, dass sie gelöst wurden. Das schafft Vertrauen und ist deutlich wirkungsvoller als bloße Empfehlungen.
Mit smaXtec wird der Tierarzt vom reaktiven Notfallsanitäter zum proaktiven Gesundheitsmanager. Und: Er hat evidenzbasierte Daten in der Hand, um Empfehlungen zu untermauern, etwa bei Fütterung, Hygiene oder Medikamentenwahl. So entsteht eine neue Qualität der Zusammenarbeit mit dem Betrieb.“
Wie trägt das System konkret zur Früherkennung von Krankheiten wie z. B. Mastitis bei und wie verändert das den Therapieverlauf?
„Gerade bei Mastitis sehen wir oft Fieberschübe deutlich vor dem Einsetzen anderer Symptome. Der Vorteil: Die Tiere können frühestmöglich behandelt werden, noch bevor es zu einer ausgeprägten Entzündung oder einem Leistungsabfall kommt. Die Verlaufsdaten erlauben außerdem eine objektive Erfolgskontrolle: Wie schnell sinkt das Fieber nach Gabe eines bestimmten Antibiotikums? Welche Schmerzmittel wirken auf welchem Betrieb am besten? Das ist sehr betriebsindividuell und hängt stark von äußeren Einflussfaktoren ab.
Mit smaXtec lassen sich individuelle Therapiekonzepte auf einer validen Datenbasis entwickeln – statt nach Bauchgefühl. In der Praxis fehlen solche Rückmeldungen oft. Mit smaXtec haben Tierärzte ein Werkzeug, das genau diesen Einblick bietet.“
Welche Rolle spielt das für die alltägliche Arbeit von Tierärzten?
„Mehr Planbarkeit. Weniger Feuerwehr. Statt reaktiv auf Symptome zu warten, kann man gezielt und vorbeugend handeln. Durch den Verlauf der Daten kann ich fundiertere Entscheidungen treffen: Welche Tiere müssen untersucht werden? Welche Geräte nehme ich mit auf den Betrieb? Es spart Zeit, Nerven und ermöglicht erfolgreichere Therapien und Therapiekontrollen.“
Wie können Tierärzte ohne große technische Vorkenntnisse die Einblicke durch smaXtec nutzen?
„Das ist ein Punkt, den wir sehr ernst nehmen. Man braucht keine Spezialkenntnisse. Der Landwirt kann dem Tierarzt einfach Zugang zum System geben – via App oder Webportal. Die Tierärzte können dann von überall aus auf die Gesundheitsdaten des Kunden zugreifen. Das hilft enorm bei der Planung.“
Dein Fazit: Warum lohnt es sich für Tierärzte, sich mit smaXtec zu beschäftigen?
„Weil es kein anderes System gibt, das kontinuierlich so verlässlich misst – besonders die innere Körpertemperatur. smaXtec liefert nicht nur irgendwelche Daten, sondern die präzisesten Daten am Markt. Vertrauen entsteht durch wissenschaftlich fundierte Evidenz. smaXtec macht die tierärztliche Arbeit effizienter, präziser und nachhaltiger. Und dabei steht immer der Tierarzt im Zentrum: unterstützt durch digitale Werkzeuge, aber niemals ersetzt.“