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Zugluft im Stall: Großes Risiko für Kälber und Kühe in der kalten Zeit

Zugluft ist ein Feind des Rindes. Vor allem Kälber reagieren sehr empfindlich darauf. Zugluft schwächt die Abwehrkräfte und erhöht die Krankheitsanfälligkeit. Besonders Atemwegserkrankungen sind eine häufige Folge. [1] [2]

Im folgenden Artikel erfahren Sie mehr über Zugluft und ihre Folgen, wie Atemwegserkrankungen. Außerdem erklären wir Ihnen, wie smaXtec Sie dabei unterstützt, Atemwegserkrankungen frühzeitig zu erkennen. Abschließend geben wir Ihnen Tipps, wie Sie Zugluft in Ihrem Stall vermeiden können.



Zugluft und ihre Folgen


Generell wird unter dem Begriff Zugluft in den Stall einströmende Luft verstanden, die deutlich kälter ist als die Stallluft selbst. [4]
Ab welcher Windgeschwindigkeit die Leistung gemindert und die Gesundheit der Kühe beeinträchtigt wird, kann man nicht klar definieren. Ein ungefährer Richtwert für die Luftbewegung bei Kälte beträgt bis 2m/s und bei Hitze bis 4 m/s. Probleme werden dann offensichtlich, wenn sich die Tiere aufgrund fehlender Schutzmöglichkeiten eng zusammenlegen oder -stellen. [4]

Die Durchblutung der Schleimhäute wird besonders stark von Zugluft beeinträchtigt. Dadurch können Infektionen gefördert werden. Je größer der Temperaturunterschied, desto schädlicher ist der Einfluss von Zugluft auf die Tiergesundheit. Aus diesem Grund treten besonders in den kaltnassen Zeiten gesundheitliche Probleme auf. Außerdem sind hohe Windgeschwindigkeiten, die in dieser Zeit auftreten problematisch. Eine häufige Folge von schlechter Luftqualität und Zugluft sind Atemwegserkrankungen. Bei stehender Luft oder Zugluft ist eine Lungenentzündung sehr wahrscheinlich.
Kälber reagieren besonders empfindlich auf Zugluft, da sie schnell auskühlen und das Mikroklima, also die Temperatur direkt über der Hautoberfläche unter dem Haarkleid, zerstört wird. Die Abwehrfunktion der jungen Tiere wird durch die verminderte Durchblutung geschwächt. [4]

Atemwegserkrankungen bei Kälbern und Kühen


Atemwegserkrankungen können durch schlechte Luftqualität und Zugluft entstehen und sind nicht nur im Herbst und Winter ein Problem. Auch im Sommer, an besonders heißen Tagen, können vor allem Kälber daran erkranken. Die Kälber schwitzen und die Zugluft, die durch die Luftbewegung zur Kühlung entsteht, erhöht das Risiko einer Erkrankung. [7]
Atemwegserkrankungen haben großen Einfluss auf den wirtschaftlichen Erfolg der Kälberaufzucht und die Leistungsfähigkeit der erwachsenen Tiere. Mögliche langfristige Folge bei weiblichen Tieren sind ein höheres Erstkalbealter, höhere Abgangsraten und eine niedrigere Milchleistung. [4] Bei männlichen Kälbern sind die Auswirkungen noch drastischer. Sind sie einmal erkrankt, bleiben Folgeschäden nicht aus. Ihr Wachstum ist unzureichend. [7] Verringerte Gewichtszunahme, hohe Behandlungskosten und der Tod als Folge der Behandlung können eintreten.

Die ökonomischen Einbußen von Atemwegserkrankungen sind keinesfalls zu verachten. Diese Art der Erkrankung ist eine der komplexesten der Rindermedizin und gleichzeitig auch eine der verlustreichsten. [6] Erhebliche finanzielle Verluste sind oftmals die Folge von gehäuftem Auftreten von Atemwegserkrankungen.
Folgende Punkte führen zu finanziellen Einbußen:

  • verminderte Tageszunahme erkrankter Tiere

  • schlechte Entwicklung von chronisch kranken Kälbern

  • Kosten für Tierarzt und Medikamente

  • Verlust von Kälbern

  • zeitlicher Aufwand für die Betreuung kranker Kälber


Eine Kalkulation des monetären Verlustes ergibt sich wie folgt: Bei einer Erkrankungsrate von 30 % und einer Verlustrate von 5 % ergeben sich Verluste in Höhe von 50 € pro aufgestalltem Kalb. [4]

Atemwegserkrankungen verursachen aber nicht nur die oben genannten kurzfristen Verluste. Sie müssen auch mit langfristigen Konsequenzen rechnen. Landwirtinnen und Landwirte müssen bedenken, dass sich nur ein gesundes Kalb zu einer leistungsstarken Milchkuh entwickeln kann. Der Einfluss von Atemwegserkrankungen und den daraus resultierenden, möglicherweise langanhaltenden Atembeschwerden auf die spätere Leistung der Tiere wird häufig unterschätzt. [4]

smaXtec unterstützt Sie bei der Früherkennung von Atemwegserkrankungen


Durch den smaXtec Bolus können typische Symptome einer solchen Erkrankung frühzeitig erkannt werden. Durch die kontinuierliche Messung der inneren Körpertemperatur können bereits kleinste Abweichungen der Normaltemperatur des Tieres erkannt werden und somit in einem frühen Stadium aufgedeckt.
Außerdem sind erkrankte Tiere meist weniger mobil und zeigen eine verminderte Aktivität. Dies wird ebenfalls vom smaXtec Bolus erkannt. Der Behandlungserfolg ist wesentlich vom Stadium der Erkrankung abhängig. Daher ist eine frühzeitige Behandlung, bei einer Lungenentzündung für die vollständige Genesung unabdingbar.

Welche Maßnahmen können Sie gegen Zugluft vornehmen?


Die optimale Temperatur für Kälber liegt zwischen + 4° und + 20° Celsius. Milchkühe sind von – 15° bis + 20° Celsius am leistungsfähigsten.[3] Neben der richtigen Temperatur spielt auch die Luftfeuchtigkeit eine wichtige Rolle. Eine niedrige Luftfeuchtigkeit (35 – 50 % bei < 15 °C) stellt für Kälber die optimale Luftqualität dar, da so eine Minderung des Keimdrucks stattfindet. Bei erwachsenen Rindern hingegen beträgt die optimale relative Luftfeuchtigkeit zwischen 35 % und 70 %. [8]
Mit Hilfe des smaXtec Climate Sensors werden die entscheidenden Daten gesammelt gemessen und benutzerfreundlich dargestellt. Auf Basis der Außentemperatur und der Luftfeuchtigkeit wird auch der sogenannte THI-Wert berechnet. Dieser Wert gibt in den heißen Sommermonaten Aufschluss über Hitzestress. So wissen Sie stets wie die Konditionen in Ihrem Stall sind.

Es gibt mehrere Wege gegen Zugluft im Stall vorzugehen. Vor allem für Kälber ist es wichtig, dass sie einen gut geschützten Rückzugsbereich haben. Einen Stall zugluftfrei zu gestalten, heißt jedoch nicht, ihn abzuschotten. Es ist wichtig, einen Luftaustausch zu ermöglichen. Auch im Winter sollte ein solcher vier Mal pro Stunde stattfinden, um eine gute Luftqualität und Luftfeuchtigkeit sicherzustellen. Fehlen im Stall Ventilatoren, Lichtfirste oder Curtains, so sollten zugfreie Stalltürseiten geöffnet werden. [8] Es gibt noch andere Möglichkeiten eine ausreichende Luftumwälzung zu gewährleisten. So können zum Beispiel drei Seiten des Stalles geschlossen und nur eine vollständig geöffnet sein. So wird es zwar kalt im Stall, aber es entsteht keine Zugluft.
Andere einfache Hilfsmittel wie Windschutznetzte oder Strohballen können die Tiere schützen. Ventilatoren werden immer häufiger genützt, da sie nicht – wie bisher üblich – die verbrauchte Luft aus dem Stall absaugen, sondern Frischluft über Lochkanäle oder dergleichen in den Stall pressen. [2] Durch die Verwendung des smaXtec Climate Sensors können Ventilatoren effizient und sparsam eingesetzt werden, dass sie nur dann benutzt werden müssen, wenn beispielsweise die Luftfeuchtigkeit zu hoch ist oder ein zu hoher THI-Wert und somit hitzestressbegünstigende Bedingungen im Stall vorliegen.
Für Rinder Zugluft im Fressbereich weniger schlimm. Deshalb kann die Futtertischeinfahrt problemlos geöffnet werden, um einen Luftaustausch zu ermöglichen. [8] Nicht empfehlenswert sind Zugluftöffnungen direkt über dem Liegebereich der Kühe, da die kalte Luft so direkt auf die Rinder fällt und diese meist keine Möglichkeit haben der Zugluft auszuweichen. [1]

Egal welche Maßnahmen ergriffen werden, wichtig ist, dass sich die einfallende kalte Luft abbremsen und aufwärmen kann, bevor sie auf das Tier trifft. [8]

Im nächsten Blogbeitrag behandeln wir das Thema Lungenentzündung. Anhand von Praxisbeispielen zeigen wir Ihnen, wie smaXtec Sie bei der Früherkennung von Lungenentzündungen unterstützt und Sie so die Behandlungsdauer deutlich reduzieren können.




[1] https://noe.lko.at/lüftungsfehler-im-rinderstall-erkennen-und-beheben+2500+2624406
[2] https://www.gr.ch/DE/institutionen/verwaltung/dvs/lbbz/beratungfachwissen/tierhaltung/kuhsignale/Documents/Stallklima.pdf
[3] https://www.landwirt.com/Rinderstaelle-winterfest-machen,,16745,,Bericht.html
[4] https://milchwirtschaft.de/medien/download-dokumente/milchprofis/kaelberleitfaden/Kaelberlunge_milchrind012008.pdf
[5] https://www.vetmeduni.ac.at/fileadmin/v/wiederkaeuer/Therapie_bei_Atemwegserkrankungen_bei_Kälbern_und_Jungrindern.pdf
[6] https://www.ubrocare.de/atemwegserkrankungen.aspx
[7] https://www.tiergesundheitundmehr.de/frischluft-im-kaelberstall-ist-dasao.pdfx
[8] https://www.landwirt.com/Rinderstaelle-winterfest-machen,,16745,,Bericht.html